Neues aus dem Hühnergarten 🐣
- Marion Bernard

- 20. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Vom Ankommen, Mitlaufenlassen – und vom leisen Abschied
Im Hühnergarten ist wieder neues Leben eingezogen. Drei neue Küken haben sich auf den Weg gemacht – zwei kleine Seidenküken und ein Maranküken, behütet von einer erfahrenen, ruhigen Seidenhuhnmutter. Wer Seidenhühner kennt, weiß: Sie sind Mütter. Nicht im Sinne von „funktional“, sondern im tiefen, wärmenden, tragenden Sinn.
Es ist jedes Mal aufs Neue ein kleines Wunder. Diese Art der Brut – natürlich, still, ohne Eingriff – fühlt sich einfach richtig an. Keine Brutmaschine, kein künstliches Timing. Nur ein Nest, Wärme, Geduld und dieses unerschütterliche Vertrauen der Henne in das Leben.
Eine Erkenntnis nach fünf Wochen
Besonders berührend war in diesen Tagen eine andere Beobachtung:Ein Küken, inzwischen voll befiedert, läuft nach fünf Wochen ganz selbstverständlich bei den anderen Hühnern mit. Kein Drama. Kein Ausgrenzen. Kein „zu klein, zu anders“.
Abgesehen von ein paar Kuscheleinheiten mit mir 😉– die dürfen sein – ist dieses Küken einfach Teil der Gruppe.
Die Mutter: eine Bielefelder Kennhuhnhenne. Klar, aufmerksam, souverän. Sie zeigt wieder einmal, dass Integration im Hühnergarten kein Konzept braucht. Sie passiert einfach – wenn man die Hühner machen läßt. Und dann war da auch ein Abschied
Nicht alles im Hühnergarten ist Wachstum. Oder vielleicht doch? Der Bruder dieses Kükens hat nach dem „Auswildern“ entschieden, seine Inkarnation zu beenden. Still. Ohne vorherige Anzeichen von Krankheit. Ohne Kampf. Einfach gegangen. Eingeschlafen abends und morgens nicht wieder erwacht.
Solche Momente lassen einen kurz innehalten.Sie erinnern daran, dass Leben nicht planbar ist – auch nicht im geschützten Rahmen eines liebevoll geführten Hühnergartens. Und vielleicht gerade deshalb so kostbar.
Was bleibt ist Dankbarkeit. Für die Seidenhuhnmutter, die wieder einmal gezeigt hat, was Fürsorge bedeutet. Aufgehen in der Aufgabe, die sie selber entschieden hat. Für Küken, die ihren Platz finden dürfen – ohne Eile.Und auch für die Erinnerung daran, dass wir begleiten können, aber nicht kontrollieren.




Kommentare